Beziehungen (de)

 

Im Laufe der drei Jahrzehnte entwickelten sich die Beziehungen zu dem afrikanischen Partnerland kontinuierlich
weiter. Dazu haben nicht zuletzt die regelmäßigen Reisen der Viroflayer Freunde nach Kolokani beigetragen,
an denen auch einige Male Delegationen aus Haßloch teilnahmen.

Bereits im Frühjahr 1988 reisten 15 Jugendliche aus Viroflay und Haßloch für drei Wochen nach Kolokani,
um dort ihren gemeinsamen „Dritte-Welt-Partner“ kennenzulernen und Bäume zu pflanzen. Aus Haßloch
hatten sich damals Frank Jotzo, Kai Radtke und die damalige Rheinpfalz-Redakteurin Anita Ludes zu dieser
Reise entschlossen. Aus Viroflay waren zehn Mädchen und zwei Jungen dabei. Genau 603 Bäume pflanzten
sie während ihres Aufenthaltes : ein Versuch, durch neue Methoden in Land-und Viehwirtschaft und vermehrte
Anpflanzung dem ständigen Näherrücken des Sahara-Rands entgegenzuwirken.

Im Rahmen des Partnerschaftsjubiläums 2006 war auf Initiative der „Groupe Mali“ eine kleine Delegation
aus Kolokani eingeladen, sowohl Viroflay als auch Haßloch zu besuchen : der Vorsitzende des Kreisrates in
Kolokani, Kono Traoré, sowie Jaques Diarra, Bürgermeister von Nonkon und Vorsitzender der Vereinigung
der Bürgermeister der zehn Gemeinden des Kreises. Beide zeigten sich begeistert von der „Großstadt“ Haßloch.
Während ihres Besuches in Viroflay und Haßloch verschafften sich beide einen Einblick in die Verwaltungsarbeiten
der Kommunen. Seit der Dezentralisierung gibt es in Kolokani neue Strukturen. Ein Problem
sei jedoch die Ausbildung der Räte und Bürgermeister für die neuen Aufgaben, erklärte Kono Traoré. Er
bedankte sich für die finanzielle Unterstützung, jedoch sei sein Land weiterhin auf die Hilfe vor Ort angewiesen :
„Die Menschen müssen sehen und
lernen, dann können sie das Neue auch akzeptieren.“
In der afrikanischen Heimat habe
die Bevölkerung weiterhin mit vielen Schwierigkeiten
zu kämpfen -neben mangelhafter
Versorgung in allen Bereichen die ungenügenden
Bildungsmöglichkeiten, sowie Probleme
bei der Gleichstellung der Frauen, die
immer die Hauptlast zu tragen hätten. „Die
Zukunft wird durch die Frauen erreicht werden,
deshalb müssen wir sie unterstützen“,
erklärte der Kreisratsvorsitzende. Mittlerweile
engagierten sich Frauen in den Gemeindeund
Kreisräten, und in den Gemeinden entstünden
viele Selbsthilfegruppen von Frauen.
Dennoch sei das Leben der Frauen weiterhin
äußerst hart. „In den letzten Jahren ist in
Kolokani viel erreicht und vieles ist durch die
Unterstützung der Freunde aus Viroflay und
Haßloch besser geworden“, erklärte Bürger
meister Diarra. Die persönlichen Kontakte müssten aufrechterhalten bleiben, denn diese seien neben der
finanziellen Unterstützung mit der wichtigste Faktor für ein besseres Leben der Menschen in Kolokani, so
wünschte der Bürgermeister.

Um diesen Wunsch zu erfüllen, wäre es ganz wichtig, die zwischenmenschlichen und kulturellen Beziehungen
zu fördern -und vor allem auch junge Leute in die Hilfsorganisation mit einzubeziehen. Dies könnte
durch Hilfsprojekte verwirklicht werden, die es auch für junge Leute interessant machen, vor Ort Hilfe zu
leisten.

   
 
 
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