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Die Dezentralisierung von Mali (de)

 

Ihre Auswirkung auf die Partnerschaft

Die Dezentralisation

Zu Beginn der neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts begann die Regierung Malis mit der Dezentralisierung
der staatlichen Verwaltungsstrukturen. Ziel dabei war, die Exekutive überall im m Land so bürgernah wie
möglich zu gestalten. Gegen Ende des Jahrzehnts nahm das Vorhaben mit der Wahl lokaler Amtsträger feste
Gestalt an. Das gewählte Verfassungsmodell orientiert sich am aktuellen französischen : Der Gesamtstaat
besteht aus der Regierung mit vom Staatspräsidenten ernannten Ministern, dem Parlament mit nur einer
Kammer und vom Volk direkt gewählten Abgeordneten, sowie einem Hohen Rat der Gebietskörperschaften
(Haut Conseil de Collectivés Territoriales), dessen Angehörige indirekt gewählt werrden. Die gesamtstaatliche
Exekutive wird repräsentiert durch Präfekturen. Dabei treten die Präfekten an die Stelle der vormaligen
Gebietsverwalter (Commandants de Cercle).

Im Jahr 1999, also zeitgleich mit de er Einrichtung der Präfekturen, entstanden mit der Wahl ihrer Vertreter
die Gebietskörperschaften. Diese repräsentieren im oben erwähnten Hohen Rat die einzelnen Gebiete gegenüber
dem Gesamtstaat. Er war von nun an unterteilt in acht Regionen mit insgesamt 49 Kreisen (Cercles).
Die Hauptstadt Bamako erhielt hierbei eine Sonderstellung als “Distrikt”. Unterhalb der Kreisebene
definierte man 703 Gemeinden (Communes), von denen 37 städtischen und 666 länändlichen Charakter haben.
Diese Gemeinden werden verwaltet durch Gemeinderäte, hervorgegangen aus allgemeinen und direkten
Wahlen im jeweiligen Gemeindebezirk. Die Gemeinderäte wählen Bürgermeister und Beigeordnete. Die
kommunalen Kompetenzen erstrecken sich auf das Erziehungswesen, die Erwachsenenalphabetisierung,
die allgemeine Gesundheitsfürsorge, den Mutterschutz, die lokale Infrastruktur und den Umweltschutz.

Außer den Bürgermeistern und Beigeordneten wählen die Gemeinderäte auch ihre Vertreter im entsprechenden
Kreisrat (Conseil de Cercle). Diese wiederum wählen dann die Mitglieder ddes jeweiligen Regional-
rates (Conseil Régional).
Entsprechend der Landesstruktur und den demographischen Gegebenheiten Malis versammeln sich unter
dem Dach der Gesamtgemeinden jeweils etliche Dörfer. Die zehn Landgemeinden Kolokanis zum Beispiel
bestehen aus 286 Einzeldörfern miit derzeit rund 240.000 Einwohnern (Quelle : Wiikipedia -Erhebung von
2009).

Ein Wendepunkt in der Partnerschaft

Mit den Wahlen zu neu geschaffenen Kreisen und Gemeinden im Jahr 1999 stellte sich auch die Frage nach
dem zukünftigen Wesen der Partnerschaft zwischen Kolokani, Haßloch und Viroflay. Bis zu diesem Zeitpunkt
war die 1981 gegründete Partnerschaft zwar durchaus lebendig und produktiv in Begegnungen und
verwirklichten Projekten -letztlich aber doch nur informeller Natur. Niemand konnte verbindlich sagen,
wer eigentlich mit wem auf administrativer Ebene in Beziehung stand.
Im September 2000 schließlich -anlässlich
der ersten Begegnung nach den dortigen
Kommunalwahlen vom Mai 1999 waren
es die Vertreter Kolokanis, die
diese Frage aufwarfen, wohl wissend,
dass auch Viroflay darauf noch keine
konkrete Antwort hatte. Es war jedoch
klar : die tiefgehende Reform in Mali erforderte
auch eine neue und genaue
Definition der Partnerschaft. Dazu muss-
ten folgende Grundfragen geklärt werden.
Auf welche Verwaltungsebene sollte
sich die Partnerschaft fortan beziehen ?
Sollte Haßloch weiterhin nur passiv dabei
sein oder sich zu aktiver Partnerschaft
entschließen ? Die Fragen fanden ihre
Antworten. Erstens : auf offizieller und
formaler Ebene wurde der Kreis Kolokani
einschließlich seiner zehn Gemeinden
zum Partner. Zweitens : Haßloch entschied sich für eine aktive Beteiligung.

Die Umsetzung des neuen Konzeptes in die Praxis kam allerdings nicht von heute auf morgen. Nach der
angesprochenen Begegnung vom September 2000 verhandelten zunächst Haßloch und Viroflay über eine
gemeinsame Erklärung, die erst nach Beglaubigung durch die Räte beider Gemeinden der Seite Kolokanis
als Vorschlag unterbreitet werden sollte. Diese bilateralen Verhandlungen zwischen Viroflay und Haßloch
dauerten 30 Monate -eine Zeitspanne, die die Zukunft der Partnerschaft der drei Gemeinden durchaus
hätte in Frage stellen können.
Im Herbst 2002 fand in Viroflay eine öffentliche Kundgebung zum Thema Partnerschaft statt. An ihr nahmen
der Bürgermeister und der Stadtrat von Viroflay teil und gaben der Veranstaltung damit offiziellen
Rang. Wir regten dazu einen Internet-Chat mit Kolokani an, über den für den folgenden März auch eine
Begegnung angekündigt wurde. In deren Mittelpunkt sollte die Unterzeichnung eines Abkommens zwischen
den drei Partnern stehen. Bald darauf erfuhren wir aus Kolokani, dass eben dies die Partnerschaft “gerettet”
habe, an die man dort schon nicht mehr zu glauben gewagt hatte.
Das Abkommen über die Zusammenarbeit aller drei Partner wurde dann beim Treffen in Kolokani im März
2003 feierlich unterzeichnet von folgenden Amtsträgern : Olivier Lebrun, damals Erster Beigeordneter, heute
Bürgermeister von Viroflay, Gerold Mehrmann, Gemeinderat von Haßloch und Jacques Diatigui Diarra,
Vorsitzender des Kreisrates von Kolokani.

In der Folge wurden die Beziehungen zwischen den drei Partnern jeweils vor Ort in feste Formen gegossen.
In Viroflay entstand “Le Groupe Mali”, in Haßloch das “Komitee Kolokani” und in Kolokani die “Association
du Jumelage de Kolokani / AJK”. Dass sich von da an das Bündnis rasch mit Leben füllte, ist nicht zuletzt
auch der Aktivität von Freiwilligen zu verdanken, die sich seit 2000 in Kolokani zusamengefunden hatten.

Seit 2003 organisiert Kolokani ein jährliches Treffen der Partner auf seinem Boden.

Das Beziehungsgewebe wird dichter und fester. Neue gemeinsame Projekte treten ans Licht !

GUY MARBOEUF

   
 
 
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