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Die Entstehungsgeschichte von Kolokani (de)

 

Die Gründer von Kolokani, der Hauptstadt der Region Bélédougou, waren aus Balanzan fortgezogen, das
wahrscheinlich der heutigen Gegend von Ségou entspricht.
Nach einer langen Wanderung haben sie nacheinander die Dörfer Gouenzena, Koumi und Kolokani gegründet.
Seye Niama TRAORE, ein bekannter
Jäger aus Gouenzena
hatte gute Beziehungen zu
den Anführern der M`Pella
und wollte das Land wirtschaftlich
nutzen.
Er zog mit seinen Leuten hierher
und gründete das Dorf
Kolokani.

Nach einer zweiten Version
haben die Einwohner von
Gouenza die Abreise und Siedlung
von Seye Niama TRAORE
und seinen Gefolgsleuten auf
der gegenwärtigen Stelle von
Kolokani nicht gerade begrüßt.
Nach dieser Absicht sollen sie
Seye Niama und seinen Begleitern
erklärt haben, „sie würden
nicht einen Knochen brechen“
*, auf Bambara bedeutet „A te kolokary“ einen Knochen brechen. Im Laufe der Zeit wurde daraus
Kolokani.

Die Existenz eines Brunnens vor
der Ansiedlung von Seye
Niama, unter dem für das Dorf
Kolokani charakteristischen
„Wontlo-Baum“, ist nicht belegt.
Dieser Baum existiert noch
immer und alle wichtigen traditionellen
Zeremonien finden in
seiner Nähe statt.
Seit der Entstehung des Dorfes
bis in unsere Tage war immer
ein Traoré der Anführer.

Die Geschichte Kolokanis ist
auch mit dem Widerstand des
Bélédougou gegen die Kolonisation
verbunden.

Nach der Festnahme der kriegerischen
Anführer und deren Deportation 1899 nach Timbuktu, geriet der Bélédougou in Aufruhr.
Ihre Rückkehr 1904 verlieh dem Widerstand gegen die Übergriffe der Kolonisatoren viel Kraft.

1914 weigerte sich der Bélédougou, Truppen für die leichte Infanterie zu stellen, die neben französischen
Truppen kämpfen sollten.
Am 15. Februar 1915 fand im Bereich des ausgetrockneten Flußarmes des Kodialan der Zusammenstoß
zwischen französischen Truppen und denen der Bambaras statt. Die Aufständigen wurden unter anderem
von den Häuptlingen Diossé Traoré, Diouroukoro und Sambablé angeführt. Die Schlacht endete vernichtend
für die Widerständler. Ihre Revolte wurde blutig niedergeschlagen.

Um seine Macht noch deutlicher auszudrücken, entzog der Kolonialherr den Kantonen ihre Befugnisse. So
wurde Kolokani 1915 nur noch zu einem Verwaltungsposten. 1958 wurde der Kreis unterteilt. 1959 schließlich
bildete sich der Kreis Kolokani neu**.

Man erzählt sich in
Kolokani noch heute folgende
Legende vom Jäger
Seye Niama Traoré.
Er kam aus Gouenzena,
ein Dorf nicht weit vom
heutigen Kolokani entfernt,
und war auf der
Jagd. Im Busch des
Bélédougou ist Wasser
ein seltenes und kostbares
Gut.
Die Tiere und Pflanzen
hängen davon genauso
ab wie die Menschen.
Da Traoré den Busch ganz
genau kannte, blieb es
ihm n icht verborgen,
dass in einem bestimm-
ten Wäldchen mehr Tiere

besonders viele Tiere zu
finden waren. Diese Wäldchen war besonders dicht, fast undurchdringlich. Die Pflanzen wucherten über
und über. Dennoch konnten sich die Tiere einen Weg hindurch bahnen.
Eines Tages – er war inzwischen schon ein alter Mann – entschloß sich Traoré, die dichten Äste zu lichten.
Er wollte bestätigt sehen, dass seine Vermutung richtig war. Dass die Tiere nämlich angelockt würden von
einer Quelle, die irgendwo in dem üppigen Pflanzenwuchs verborgen war. Und tatsächlich, nachdem Traoré
ein wenig grub, konnte er auch schon seine Finger in das Quellwasser tauchen.
Also beschloss er, sich mit seiner Familie hier niederzulassen und teilte bei seiner Rückkehr allen die frohe
Kunde vom Quellenfund mit.
Daraus erklärt sich nach dieser Legende der Name Kolokani so : „Kolon Ka gni“ heißt in der Sprache
Bamakan nichts anderes als „gute Quelle“.
Traoré war demzufolge der Begründer des Ortes und legte somit auch den Grundstein für die Dynastie der
Traoré als Dorfobere am Ort.

LAURE SALMON, OUSMANE KOUYATÉ UNTER VERWENDUNG OFFIZIELLER TEXTE

* Der Ausdruck entspricht etwa dem deutschen „sich ein Bein ausreißen“.

** Gesetz 59/AL/RS vom 4.12.1959, erlassen durch das Dekret Nummer 058/CG vom 16.12.1959

   
 
 
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