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Der Affenbrotbaum und das Grab von Forokoro (de)

 

Eines schönen Morgens stand er da – der Affenbrotbaum, prächtig emporgewachsen über Nacht. Am Fuße
seines Stammes fand man ein Messer, einen Pfeil und eine Jagdtasche. Die Erklärung dafür : Der Baum war
geflohen vor einem Krieg und wollte sich nun dem Dorf anvertrauen und Zuflucht finden.

Es gibt geheimnisolles im Dorf Tienko, eines der Dörfer, die zu dem Hauptort Nonkon gehören. Warum nur
wollte Forokoro aus Nonkon an den Wurzeln dieses Baumes begraben werden ?

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Nicht nur, weil er zunächst hier ein
Fremder gewesen war – er wollte
auch, dass sein Name und sein Ansehen
verbunden sei mit der Geschichte
dieses geheimnisvollen Baobabs.
Forokoro war ein Mann von wirklich
großem Ansehen. Er hatte die Gabe,
dass er die Zukunft deuten konnte
aus den Zeichen des Erdbodens, den
Spuren im Sand. Er hatte diese Gabe,
weil er des Nachts in Verbidnung
stand mit den Geistern. Jene raunten
ihm zu, wer ihn aufsuchen würde am
folgenden Tage, und wonach diese
Menschen auf der Suche wären. So
wußte er schon – dank der nächtlichen
Offenbarungen – als er sich des
Morgens erhob, was ihn erwarten
würde während des neuen Tages.

Und weshalb sieht man noch heutzutage Stricke am Stamm des Baobab ?
Zwischen Forokoro und den Geistern gab es ein Band des Vertrauens. Daraus erwuchs Hoffnung, denn die
Geister hörten nicht auf, Wunschträume in Wirklichkeit zu verwandeln. Die Geister schätzten Forokoro bis
zu seinem Tode sehr hoch, denn er bewahrte wie sie selbst dieses Band des Vertrauens.

Sogar der Bürgermeister von Nonkon äußerte einmal einen Wunsch am Grabe Forokoros. Er wollte ein Motorrad
– und er sollte es auch umgehend bekommen. Erfüllt von Freude und Dankbarkeit opferte er daraufhin
einen Ziegenbock am Grabe.

Bis hinein in unsere Tage hängen am Stamm des Baobab noch immer viele Stricke. Noch immer äußern ja
die Menschen bei ihm und damit auch am Grabe Forokoros ihre Wünsche. Und noch immer opfern sie nach
deren Erfüllung den Geistern zum Dank dort einen Bock. Den Strick aber, an dem sie ihn herbeigeführt hat-
ten, befestigen sie zur Bekräftigung der Opfergabe am Stamm.
Blut muss auch vergossen werden. Das geschächtete Tier wird von den Dorfbewohnern bei einem großen
Opferfest verzehrt. Und das Blut des Opfertieres ist den Geistern geweiht.

Man kann zum Grab von Forokoro und damit zum Baobab nur gelangen von der Seite her und durch ein
kleines Häuschen hindurch.
Und wo ist zu diesem Häuschen der Schüssel ?
Er wird aufbewahrt beim Dorfoberen. Wenn der allerdings nicht im Ort sein kann, so übergibt er ihn einem
Schmied der ihn weiterreicht an den ältesten der Nachfahren Forokoros. Und wenn gerade kein Schmied
zur Stelle sein sollte, so vertraut der Dorfobere den Schlüssel dem ältesten der Enkel an, der ihn dann dem
ältesten der Familie Forokoro bringt.
So ist also der Zugang zum Grab keineswegs frei und einfach. Nur über den Oberen des Dorfes gelangt man
dahin. Das Recht dazu hat freilich jeder, geht er nur die vorgegebenen Schritte. Von sich aus kann man
niemals zum Grab gelangen, man muss die Regeln strikt befolgen !

Das Geheimwissen, aus dem Forokoro wirkte, heißt „Tien“. Das bedeutet „Wahrheit“.
Es zählt zu den Verfahren der Geomantie, also der Zeichendeutung aus der Erde und auch aus aus Kauri-
Muscheln, Steinen und anderen Dingen, die in oder auf dem Erdboden sind.
So vollzieht sich das Tien : Die Person, die es ausübt, setzt sich auf den Boden vor einen Ameisenhaufen. Nur
diese besondere Erde ist geeignet. Der Deuter nimmt ein wenig von dem Sand auf und lässt ihn die Hand
des Ratsuchenden oder Wünschenden rieseln. Dieser äußert dazu sein Anliegen und gibt danach den erhaltenen
Sand dem Deuter zurück. Der vermischt in nun wieder mit dem übrigen Sand. Jetzt wendet er das
Geheimnis des „Tien“ auf diesen Sand an.

Nicht Eingeweihte haben keinerlei Zugang zu diesem Geheimnis. Der Deuter aber ist in der Lage, aus
Kenntnis des „Tien“ die Zukunft vorauszusagen, oder auch Klarheit zu schaffen in Bezug auf besondere Lebenslagen.
So kann er zum Beispiel die Namen von Ratsuchenden oder auch Kinder nennen ohne diese
vorher zu kennen. Er kann auch den Tag einer Geburt voraussagen. Ebenso wie das Geschlecht des noch
nicht geborenen Kindes.

Wie entlohnt oder entschädigt man den Deuter ?
Bei der Familie von Zan muss man nichts geben. In der Stadt allerdings kann die Beratung bei einem Tien-
Deuter bis zu 500 FCFA kosten. Zan Diarra und sein Bruder Djoma sind als Tien-Deuter in Kolokani höchst
angesehen. Und sogar die Kinder der Familie zählen schon zu den Eingeweihten.

ZAN DIARRA, OUSMANE KOUYATE

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